Ausbildung mit Blick in die Zukunft

Paskal Dräger

Ich denke jeder von uns kann sich noch vor Augen halten wie gern man seine Ausbildung hinter sich bringen wollte, um endlich ausgelernt  im Berufsleben stehen zu können. Mit diesem Ziel vor Augen nimmt man dankend eine neue Aufgabe mit dem Schritt in diese Richtung an, auch wenn man dadurch mal an seine Grenzen stößt! Dabei kam dann während der Schulzeit des Öfteren mal die Frage auf: „Was tun, in Fällen die vom Lehrbuch abweichen?“ Vor allem wenn man bisher nicht einmal das vollständige 'Lehrbuch' gelesen hat. Und so merkten auch wir schon, vollkommen zurecht eine Unsicherheit in einigen Themen, unter uns Azubis.

 

Doch ist eben für genau diese Unsicherheit Platz im freiem Berufsalltag? Ohne Frage! Denn genau an diesen Stellen können Meister und Gesellen, vor Ort in der Praxis eingreifen!

 

Was ist aber nun, wenn Geselle/Meister aus Zeitnot schnell zu einem anderen Kunden weiterfährt? Oder er sogar schon vorgefahren ist um im Büro Unterlagen und Dokumente ausdrucken zu können?

Wie gut, dass unser Berufsbild sich zu einem Großteil mit Gesetzen befasst. Denn genau hier erinnerte ich mich an den damaligen § 16 des Schornsteinfegergesetzes der die Überschrift „Lehrlinge“ trägt.  Hier hieß es genau aus diesem Grund: „Lehrlinge dürfen nur in Begleitung und unter Aufsicht eines Bezirksschornsteinfegermeisters oder eines Gesellen arbeiten.“ Am 1. Januar 2013 wurde das Schornsteinfegergesetz vollkommen durch das Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (SchfHwG) abgelöst und somit der Markt für Schornsteinfegerarbeiten europaweit geöffnet.

 

Umso wichtiger ist es nach wie vor, einen hohe Ausbildungsstandart zu gewährleisten und im Arbeitsalltag die Auszubildenden nicht unbeaufsichtigt Kernarbeiten des Handwerks ausführen zu lassen, bei denen er wenn überhaupt, nur mit Glück besondere Situationen erkennt, die er ohne abgeschlossene Berufsausbildung noch gar nicht erkennen kann!

 

Und auch mit dem aktuell gültigen Handwerksgesetz wurde diese Problematik schon im Vorfelde definiert: „In einem Betrieb“ […] „beschäftigte Personen dürfen auch ohne Begleitung durch den Betriebsleiter oder die Betriebsleiterin Schornsteinfegerarbeiten ausführen, wenn sie als Mindestqualifikation eine Gesellenprüfung im Schornsteinfegerhandwerk“ […] „besitzen.“ (SchfHwG §2, Abs. 1, Satz 3).

 

Damit wir alle auch in Zukunft weiterhin ein Handwerk präsentieren können das seine Aufgaben versteht, ist es von großer Bedeutung das jeder Azubi der allein losgeschickt wird, sich gerademacht und sich an einen Kollegen oder besser an uns, seine Gewerkschaft richtet!

Für eine gemeinsame Zukunft im Handwerk!

 

Pascal Dräger

Landesgruppensprecher Hamburg

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